Tom´s Fotos

Willkommen auf meiner Fotoseite; hier versuche ich euch einen kleinen Eindruck über das heutige Ruhrgebiet und der noch vorhandenen Montanindustrie zu vermitteln.

Die Zeche Auguste Victoria (kurz AV) ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk der RAG Aktiengesellschaft in Marl und Haltern am See, das am 18. Dezember 2015 geschlossen wurde.Bis zu seiner Schließung war das Bergwerk das zweitletzte im Ruhrgebiet. 1899 als bergrechtliche Gewerkschaft Auguste Victoria gegründet, . An der Victoriastraße in Hüls begann man mit den Abteufarbeiten von Schacht 1 für das neue Bergwerk. 1899 wurde dem Bergwerk der Anschluss einer Zechenbahn an die Bahnhaltestelle Sinsen genehmigt. 1900 begann man einige Meter weiter, Schacht 2 im Senkschachtverfahren zu teufen. Schacht 1 erreichte 1904 bei circa 580 m Teufe das flözführende Karbon, Schacht 2 ein Jahr später bei etwa 591 m Teufe. 1905 und 1906 gingen die beiden Schächte in Betrieb. 1907 erwarb das Chemieunternehmen BASF das Bergwerk Auguste Victoria. Zum Ende des Jahres gingen eine Kokerei und die Kohlewäsche in Betrieb. Im gleichen Jahr wurde auf dem Zechengelände eine Benzolfabrik mit einer Reinigungsanlage gebaut. Dadurch war es möglich, die durch die Kokerei entstandenen Gase in verkaufsfähige Benzolprodukte umzuwandeln. Im Jahr 1923 begann man etwa 2,5 km nördlich von Schacht 1/2 mit den Teufarbeiten für den Schacht 3. Geplant war eine Doppelschachtanlage. Wegen der Ruhrbesetzung mussten die Arbeiten jedoch bis 1925 eingestellt werden. Die Teufarbeiten am Schacht 3 wurden 1925 aber wieder aufgenommen. Ein Jahr später erreichte der Schacht bei circa 680 m das Karbon. Kurz vor der Inbetriebnahme des Schachtes AV 3 brachen am 24. Juli 1927 Schwimmsande ein und verschütteten fünf Bergleute. Die Arbeit an Schacht 3 wurde daher vorerst eingestellt und konnte erst 1937 wieder aufgenommen werden. Im Jahr 1928 begann man im Stadtteil Drewer, mit den Teufarbeiten für Schacht 4, der ein Jahr später in Betrieb ging. Unweit von Schacht 4 wurde von 1930 bis 1931 Schacht 5 abgeteuft. 1934 begannen die Aufwältigungsarbeiten von Schacht 3, der 1937 in Betrieb gehen konnte. Westlich von Schacht 3 entstanden die Chemischen Werke Hüls. 1937 übernahm die IG Farbenindustrie AG die Zeche, die aber ihren Namen behalten durfte. 1938 erreichte die Jahresförderung von Auguste Victoria 1,5 Millionen Tonnen, in der Kokerei wurden 521.000 Tonnen Koks produziert. Im gleichen Jahr begann auf Schacht 4/5 der Abbau der 1930 zufällig entdeckten Blei-Zink-Erzvorkommen im „William-Köhler-Gang“. 1939 wurden drei Kessel eines neuen Hochdruckkesselkraftwerks in Betrieb genommen. 1950 wurde Schacht 6 etwa zwei Kilometer östlich von Schacht 3 geteuft. 1951 erreichte er bei 714 m Teufe Kohle und ging im folgenden Jahr in Betrieb. In den 1950er Jahren wurden ca. 20 % der deutschen Erzproduktion auf Auguste Victoria abgebaut. Allein 1956 wurden von den 1478 Beschäftigten des Erzabbaubetriebes 349.000 Tonnen Erz gefördert. Der Erzabbau wurde 1962 aufgegeben. Bis dahin wurden etwa insgesamt 5,5 Millionen Tonnen Blei-Zink-Erz und etwa 400 Tonnen Silber abgebaut. Die Schachtanlage 4/5 diente fortan als Wetterschacht. Schacht 7 wurde ab 1957 in unmittelbarer Nähe von Schacht 3 geteuft und ging 1960 in Betrieb. Schacht 7 wurde als Förderschacht des Bergwerks mit einer Skipanlage ausgerüstet. Die entstandene neue Doppelschachtanlage übernahm 1966 die Förderung von der Schachtanlage 1/2, Letztere wurde mitsamt der Kokerei stillgelegt. Schacht 5 wurde 1968 verfüllt und der Förderturm abgerissen. 1963 wurde Schacht 8 am nördlichen Ufer der Lippe als Wetterschacht für das nordöstliche Grubenfeld abgeteuft. 1972 wurden die Grubenfelder 3/7 und 8 verbunden. Sowie 1978 als Seilfahrts- und Materialförderschacht ausgebaut und bis 1980 auf ungefähr 1330 m weitergeteuft. Im Jahre 1982 wurde die neue Schachtanlage feierlich eröffnet. 1987 begannen vier Kilometer nördlich von Schacht 8 die Teufarbeiten für einen Seilfahrt- und Materialförderschacht. Dieser Schacht 9 erreichte ein Jahr später eine Teufe von 1200 m und ging 1990 in Betrieb. Schacht 9 wurde im Juni / Juli 2016 verfüllt. Am 1. Januar 1991 verkaufte der BASF-Konzern das Bergwerk Auguste Victoria an die Ruhrkohle AG Im Jahr 2000 förderte das Bergwerk mit 4003 Beschäftigten 3,54 Millionen Tonnen Kohle. Im Jahr 2001 wurde das Bergwerk Auguste Victoria mit dem Bergwerk Blumenthal/Haard, zu einem Verbundbergwerk zusammengelegt. die Anlagen von General Blumenthal/Haard wurden abgeworfen. An den Standorten Schacht 3/7, Schacht 8 und 9 wurde zuletzt noch Steinkohle abgebaut. Insgesamt waren dort circa 3800 Menschen beschäftigt. Am 18. Dezember 2015 endete nach rund 116 Jahren Bergbaugeschichte mit der Schließung der Zeche die Steinkohlenförderung in Marl. Die Schächte wurden 2007 verfüllt und die Förderseile abgelegt. Schacht 6 wurde im November 2012 verfüllt. Das Fördergerüst über Schacht 4 wurde erhalten und 1995 in die Denkmalliste von Marl aufgenommen. 2005 wurde im Maschinenhaus von Schacht 4 ein Bergbaumuseum eröffnet. Quelle: Texte „ Wiki“